Christof Blumentrath & Gabriele Hartmann, bon-say-verlag

desire – Renhai … inspiriert durch das gleichnamige Album von Bob Dylan

Erscheinungsjahr: 2018

2018 im bon-say-verlag, handgearbeitetes Miniaturbuch, Din A6 hoch, 16 Seiten, mit Lesezeichen, 4 €, zu beziehen per E-Mail an info@bon-say.de

Inhalt:

Weitere Informationen

Textproben, Inhaltsverzeichnisse, Bibliographische Angaben, Bezugsquellen (Nicht alle Elemente gleichzeitig vorhanden)

10 Renhai – inspiriert durch das gleichnamige Album von Bob Dylan
Christof Blumentrath und Gabriele Hartmann haben sich durch Bob Dylans Album „Desire“ zu einer gemeinsamen Dichtung im Stil des Renhai inspirieren lassen. Der jeweilige Song-Titel findet seinen Platz als erste Zeile des zweiten Verses. Der erste Autor verfasst sowohl den ersten (dreizeiligen) Vers als auch die zweite Zeile des zweiten (zweizeiligen) Verses. Danach schreibt der zweite Autor den (dreizeiligen) Abschlussvers. Auf eine Überschrift wurde bewusst verzichtet.

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Rezension

Rezension von Horst-Oliver Buchholz

Desire, erschienen 1975, zählt zu den großen Alben von Bob Dylan. Zu Recht. Es erzählt große politische Geschichten, wie in „Hurricane“, dem ersten Song des Albums, und sehr persönliche wie in „Sara“, der das Al- bum abschließt. Und so ist es auch ein großes Unterfangen, die Song-Titel dieses Albums als Quelle der Inspiration für eine Dichtung im Stile des Renhai zu nehmen. Ambitioniert auch und nicht ungefährlich. Nun, hier ist es gelungen. Gleich der Album-Titel, den Christof Blumentrath mit nur fünf Silben in einen Vers ergänzt, offenbart eine Kunst der Kürze:

Desire
ohne jedes Wort

lesen wir da. Das ist ebenso gut, wie es originell ist. Sind doch Wörter das Material, der Werkstoff jeder Dichtung. Diese Ergänzung aber suggeriert, dass vieles (hier: Desire = Verlangen) so ganz ohne Wörter auskommen kann. Es stellt also die (Aussage-)kraft von Wörtern in Frage – indem es aber selbst welche nutzt, in hohem Maße verdichtet und so die Kraft des Wortes gleich wiederherstellt. Ein feines Paradoxon. Schön auch der anschließende Dreizeiler aus der Feder von Gabriele Hartmann:

tausendmal
vergaß ich seinen Namen
und nur seinen Namen

Das erzählt eine ganze Geschichte, deutet sie zumindest an, ein Roman ließe sich mit diesen Zeilen eröffnen und daraus entwickeln. Dies genau zeichnet denn auch die Dichtung von Christof Blumentrath und Gabriele Hartmann aus. Sie ist vielerorts originell und bringt immer wieder ganze Geschichten zum Schwingen: Dichtung im besten Sinne dessen, was Dichtung vermag. Diese Kunst durchwirkt die Renhai dieses Werkes und zeichnet sie im Besonderen aus. „Diamanten am Himmel“ heißt es an einer Stelle. Hier sind es Diamanten, die in Verse und zu Papier gebracht worden sind. Sie funkeln an vielen Stellen.

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