Ruth Franke (in: Sommergras87)

* Die Galoschen des Glücks

Ich kenne ihn schon, diesen Tunnel. Was wird er mir diesmal zeigen? In der Dunkelheit öffnet sich eine Tür. Im hellen Sonnenlicht liegt auf einer Hochebene ein malerisches Dorf. Hohe Berge im Hintergrund, zum Meer hin Felsen, steil abfallend. Santana, die Touristen-Attraktion der Insel, jetzt menschenleer. Der Blick fällt auf eine Reihe schmucker Katen mit Strohdächern bis zur Erde hinab –

Weihnachtssterne –
stickende Frauen
in alter Tracht

In der Mitte des Dorfes ein modernes Rathaus, der große Platz umgeben von Strelitzien-Rabatten und Orangenbäumen. Da sitzen wir auf einer steinernen Bank, Lunchpakete auf den Knien. Es ist der 25. Dezember. Auch auf Madeira läuten die Kirchenglocken, die Familien kommen zusammen und feiern das Fest. Der Busverkehr ruht – ein idealer Tag, so hatte der Mann vorgeschlagen, um die Fahrt in den Norden zu wagen. Auf schmalen Straßen durchs Gebirge, entlang der Felsenküste.
Auf unseren Wanderungen haben wir die Weihnachtsvorbereitungen miterlebt. Frauen wuschen die Wäsche in den Levadas, den Bewässerungskanälen, die Häuser wurden geputzt, Schweine geschlachtet, Honigkuchen gebacken. Überall, auch im Hotel, liebevoll gestaltete und dekorierte KrippenLandschaften mit vielen ländlichen Figuren, Tieren und Früchten.

alte Bergkirche
das Jesuskind
in Spitze gewickelt

Es ist warm in der Mittagssonne. Wir wollen gerade aufbrechen, da dröhnt vom Rathaus Lautsprechermusik. Weihnachtslieder. »Leise rieselt der Schnee …«

Morgennebel
die Galoschen des Glücks
verschwunden

*Die Galoschen des Glücks, Titel eines Andersen-M

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Erscheinungsjahr: 2009
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