Horst-Oliver Buchholz (in: Sommergras121)

Die Ufer der Stadt

Ein „Fluss-Lehrling“, spottete der spanische Dichter Francisco de Quevedo. Tatsächlich fließt der Manzanares wenig majestätisch, flach und schmal, durch das königliche Madrid, zumeist unbeachtet von den Bewohnern der Stadt. Auch heute sehe ich nur ein paar Angler, alte Männer mit Zigarette, die reglos am Ufer stehen. Etwas abseits ein Madrilene mit Baskenmütze. Sie alle suchen Schutz vor der Sonne im Schatten der wenigen Bäume, die staubig sind. Der Tag ist heiß, zähfließend die Zeit, der Fluss wie stehend, trübe, grünem Glas gleich, das in Kies gebettet ist. Das spärliche Wasser trägt keine Boote, eine Handvoll Blätter nur. „So viele Brücken für so wenig Fluss“, sagen die Madrilenen. Als ich ans andere Ufer will, finde ich keine.

Hundstage …
durch die Stadt streichen
Schatten um Schatten

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Erscheinungsjahr: 2018
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