Traude Veran (in: Sommergras116)

Fische fangen

Für mich, das Stadtkind, ist alles neu, besonders der lange, abenteuerreiche Schulweg inmitten einer Horde von Dorfkindern, immer den Bach entlang. Ich lerne, wie man Forellen mit der Hand fängt. Wir braten sie am offenen Feuer, meist zu sehr, sie schmecken uns trotzdem: Es ist das letzte Kriegsjahr, unsere Ernährung eintönig, oft karg.
Einmal erlegen wir ein größeres Tier. Keiner von uns kennt es, aber es wirkt durchaus essbar. Das ist es auch, wir schlagen uns die Bäuche voll und beratschlagen anschließend, was wir denn da verzehrt haben. Das Wort Fischotter fällt, erscheint uns passend.
Wir schwören, niemandem etwas zu verraten. Kinderschwüre! Wenige Tage später fängt uns der Förster ab: Ihr habt einen Fischotter erschlagen? Ehrenhalber leugnen wir zuerst ein wenig, lassen dann das Donnerwetter über uns ergehen. Die Mahlzeit war es wert.
Und was habt ihr mit dem Fell gemacht? Wir schauen einander verblüfft an. Da war kein Fell! Der Förster lässt sich das Tier beschreiben, lacht schließlich dröhnend: Ihr Deppen!
Der Aal hat sich aus der Donau in unseren Bach verirrt.

Kinderträume
in blühenden Wiesen
Ungeheuer jagen

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Erscheinungsjahr: 2017
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