Ramona Linke (in: Vierteljahresschrift 66)

Heimat

Im gleißenden Licht der Frühlingssonne fahre ich langsam von der Lutherstadt Eisleben kommend Richtung Halle. Ich vermag es kaum zu zählen, wie oft mich mein Weg schon hier entlang geführt hat. Vorbei am Dörfchen Lüttchendorf. Dort, wo dessen Siedlungshäuser aufhören, bietet sich mir ein Ausblick auf die sanften Hügel des Mansfeldischen, weite Plantagen, herrlich alte Streuobstwiesen und den Süßen See, auf dessen Oberfläche sich Himmel und Wolken kräuseln

Blaues Auge des
Mansfelder Landes — Wolken
schwimmen zum Schloss

Auf einer Anhöhe, kurz vor Aseleben parke ich kurzentschlossen am Feldrain und genieße die wunderbare Aussicht. Über den sattgelben Feldern flimmert die Mittagshitze, und der Duft des Rapses umgibt mich. Die Apfelbäume stehen in voller Blüte. Eine wahre Pracht in weiß und zartrosa bietet sich meinen Augen, und ich glaube das Summen der Bienen zu hören. Eine unbeschreibliche Ruhe ergreift Besitz von mir. Das Sattgrün der Hänge am gegenüberliegenden Seeufer wird von blühenden Büschen und Bäumen aufgelockert. Unwillkürlich denke ich an Monet und van Gogh.

Apfelblütenschnee
vom Frühlingswind getragen —
Düfte der Heimat

Ich schaue über diese bildschöne Landschaft, jeglicher Stress, die Alltagssorgen, sind in diesem Moment ein Stück von mir abgerückt und ich ertappe mich dabei, dass ich mich geborgen und zu Hause fühle. Die Sonne wärmt mich, ich lege den Kopf in den Nacken, lausche dem Vogelgezwitscher und atme tief.

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Erscheinungsjahr: 2005
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