Conrad Miesen (in: Sommergras85)

Markt in Teguise

Erscheinungsjahr: 2009

Inhalt:

Weitere Informationen

Textproben, Inhaltsverzeichnisse, Bibliographische Angaben, Bezugsquellen (Nicht alle Elemente gleichzeitig vorhanden)

Schon am dritten Reise-Tag hatte es mich nach Teguise, der ehemaligen Hauptstadt der Kanareninsel Lanzarote, verschlagen. Die Beschreibungen im Reiseführer klangen verlockend: Kirchen, Klöster, Paläste, Kopfsteingepflasterte Gassen, verzierte Balkone – das alles mit dem Charme einer alten spanischen Kolonial-Stadt angereichert.
Meine Vorfreude auf einen beschaulichen Rundgang durch die Altstadt wurde abrupt beendet, als ich bereits am Ortseingang die Vielzahl der Busse und parkenden Pkws sowie die wimmelnden Menschen wahrnahm, die dem Zentrum zustrebten. – Jäh fiel er mir ein (Er fehlt in keiner Hitliste der Sehenswürdigkeiten Lanzarotes!): der viel gepriesene Sonntags-Markt in Teguise. Und heute war zweifelsohne Sonntag!
Da mir absolut nicht nach Menschenmassen sowie einer geballten Form von Kitsch und Kunst oder aufdringlichen afrikanischen Händlern zumute war, kehrte ich augenblicklich um. Spontan kam mir der Einfall, diese Region dennoch nicht fluchtartig zu verlassen, sondern in der Nähe zu bleiben. Ich fuhr mit dem Mietwagen zur Festung Santa Barbara hoch,
die auf dem rötlich schimmernden Berg Guanapay gelegen ist und im ältesten Gemäuer des Archipels heute ein, den Emigranten gewidmetes, Museum beherbergt. Viele Landkarten, Fotos, alte Stiche, Briefe und persönliche Utensilien der Auswanderer nach Südamerika schauten mich ein wenig traurig aus den Vitrinen an.
Beim Verlassen der wehrhaften Anlage, in der man sich einst vor den Piraten verschanzte, genoss ich den Panoramablick, der bis zur Küste Fuerteventuras schweifte, sah auch die (von hier oben) ameisenhaft winzigen Menschen in den Gassen und vor den Marktständen von Teguise.
Als ich am Nachmittag, wieder zu Füßen des Guanapay angelangt, dennoch einem starken Reiz nachgab, den Convento de San Francisco und den Palacio Spinola in Augenschein zu nehmen, war das ganze Markttreiben erstaunlicherweise schon beendet. In Windeseile hatte man die Stände abgebaut und die restlichen Waren verstaut. Die Touristen wandten sich offenbar allzu schnell anderen Attraktionen und Highlights von Lanzarote zu und überließen die Straßen und Plätze von Teguise wieder sich selbst.

Gassen, menschenleer …
Der Wind spielt mit den Resten
des Sonntags-Marktes

Erscheinungsjahr: 2009

Rezension

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.