Angelika Ortrud-Fischer (in: Sommergras72)

Ohne Titel

Ein strahlender Spätherbsttag. Mit den Fahrrädern fahren wir zu zweit zum Weiher, der mitten im Wald liegt. Eichen wachsen bis an den Rand.
Enten, Blesshühner und Wildgänse sind dort versammelt. Ich setze mich auf eine Bank, während meine Enkelin mit einem Stock, den sie im Untergehölz gefunden hat, nah am Wasser eine tiefe Rille in den sandigen Waldboden zieht. Sogleich schwimmen ein paar Enten herbei in der Hoffnung, gefüttert zu werden. Doch bald schwimmen sie wieder fort.
Am Weiherrand gegenüber steht bewegungslos ein Reiher. Immer wieder platscht etwas ins Wasser. »Hast Du ein Steinchen hineingeworfen?«
frage ich. »Nein, ich baue einen Graben um einen Hügel, schau doch.«
Ich stelle mich neben das Kind und sehe zu, wie sich der Graben mit Wasser füllt. Wieder platscht etwas ins Wasser. Ach, fallende Eicheln sind der Grund! Ineinanderlaufende Kreise breiten sich langsam auf derWasserfläche aus. Wieder schwimmen die Enten herbei und kreuzen diese Linien. Das Bild gefällt mir. Daheim wird folgender Herbst-Dreizeiler daraus.

Durchkreuzt von Enten
Ringe platschender Eicheln –
still steht ein Reiher

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Erscheinungsjahr: 2006
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