Ruth Wellbrock (in: Sommergras72)

Ohne Titel

Eine Mitfahrgelegenheit zu Beginn des Sommers in den Schwarzwald hatte zur Folge, dass ich einen Abend allein in einem Dorf zubringen musste. Hinter dem Gasthof zur Linde, in dem ich Quartier bezogen hatte, schlängelte sich ein Weg zwischen Feldern hinauf zum Wald, sehr einladend bei lauer Sommerluft und mit vielleuchtendem Grün.
Kurzerhand lenkte ich meine Schritte in diese Richtung.
Auf einer Anhöhe eine Lichtung, auf ihr eine Gruppe Menschen zwanglos beieinanderstehend.
Eine freundliche junge Frau löste sich aus ihr und näherte sich lächelnd. Sie lud zu einem Ökumenischen Wortgottesdienst ein. Nach der chelnd. Sie lud zu einem Ökumenischen Wortgottesdienst ein. Nach der Eine freundliche junge Frau löste sich aus ihr und näherte sich läRückkehr von meinem Spaziergang entdeckte ich Posaunenbläser und einen älteren Herrn mühsam einen Tisch auf dem holprigen Waldboden zurecht rücken. Blumenschmuck und Evangeliar wurden vor unseren Augen ausgebreitet. Pfarrerin und Pfarrer schlüpften in klerikale Gewänder, und die Feier konnte beginnen. Einen Wald als offi ziellen Gebetsort hatte ich höchstens mal als Schulkind erlebt: der Boden so uneben und die Bänke schräg wie Rutschen!
Nach einer harmonischen Begrüßung machten Textblätter rasch die Runde. – Mein Lieblings-Sommerlied prangte auf dem Programmzettel »Geh aus, mein Herz … «, »Toll!« freute ich mich, »die evangelischen Christen singen erfahrungsgemäß viele Strophen! Und das an diesem herrlichen Sommerabend!«
In den Gebets- und Gesangspausen war vielstimmiges Zwitschern von Vögeln zu hören. Mit dem Posaunenchor klang der Abend aus.

Geh aus mein Herz …
Zwischen Posaunenklängen
leises Gezwitscher

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Erscheinungsjahr: 2006
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