Brigitte ten Brink & Gabriele Hartmann, bon-say-verlag

Sgt. Pepper’s – Renhai … inspiriert durch das gleichnamige Album der Beatles

Erscheinungsjahr: 2019

2018 im bon-say-verlag, handgearbeitetes Miniaturbuch, Din A6 hoch, 16 Seiten, mit Lesezeichen, 4 €, zu beziehen per E-Mail an info@bon-say.de

Inhalt:

Weitere Informationen

Textproben, Inhaltsverzeichnisse, Bibliographische Angaben, Bezugsquellen (Nicht alle Elemente gleichzeitig vorhanden)

13 Renhai
Brigitte ten Brink und Gabriele Hartmann haben sich durch das Album „Sgt. Pepper’s“ der Beatles zu einer gemeinsamen Dichtung im Stil des Renhai inspirieren lassen. Der jeweilige Song-Titel findet seinen Platz als erste Zeile des zweiten Verses. Der erste Autor verfasst sowohl den ersten (dreizeiligen) Vers als auch die zweite Zeile des zweiten (zweizeiligen) Verses. Danach schreibt der zweite Autor den (dreizeiligen) Abschlussvers. Auf eine Überschrift wurde bewusst verzichtet.

Rezension

Rezension von Rüdiger Jung:

In den großen Jahren der Beatles war ich noch ein Kind. Aber ihr vielleicht spektakulärstes Album steckt voller Titel, deren Melodie in mir abrufbar ist: Neben dem Titelstück „With a Little Help from My Friends“ (für mich eher Joe Cocker), „Lucy in The Sky with Diamonds“, „She’s Leaving Home“ (ein Stück, das ein sehr junger Lehrer im Englisch-Unterricht mit uns behandelte), „When I’m Sixty-Four“, „Lovely Rita“.

„sie waren Freunde“ benennt Brigitte ten Brink in einer einzigen knappen Zeile den Mythos (S. 1). Von der Trennung ab hofften alle, die Fab Four könnten noch einmal zusammenkommen – mit der Ermordung John Lennons zehn Jahre später hatte sich der Traum für immer zerschlagen. Die beiden Autorinnen lassen sich faszinieren – nicht blenden. Davon spricht das „Trugbild“ (BtB, S. 3) als Kommentar zu „Lucy in The Sky with Diamonds“, einem wahrlich berauschenden Akrostichon (LSD!). Das lustig-beschwingte „When I’m Sixty-Four“ erhält als „zweiter Frühling“ (BtB) eine durchaus existenzielle Wendung: „kurz vor dem Ziel / die Richtung ändern – dafür / gibt’s gute Grün.de“ (GH‚ S. 9). Das Gleichmaß der Tage („ein Tag wie der andere“, BtB) erfährt eine wahrlich haiku-gemäße Auflösung: „und doch … / eine streunende Katze / lächelt mir zu“ (GH, S. 11).

Tief berührt mich als Leser, wie die Autorinnen die Balladen der Beatles entfalten und dabei sicher mehr als einmal ihr eigenes Erleben, ihre eigenen Realitäten eintragen. Seite 4 macht nachdenklich über all die Wünsche, die sich in der Kindheit einstellen und wohl nur zu einem eher bescheidenen Teil im Erwachsenenleben erfüllen. Seite 12 spricht nicht zuletzt davon, dass die Liebe fast aller jungen Paare dieser Welt wohl spätestens seit den Beatles in der Musik zuhause ist; diese Musik kann als geheimes Band von Bestand sein oder aber ausleiern‚ dann droht der „Abschied auf Raten“ (GH). Mein dritter Favorit unter den Renhai sei abschließend komplett wiedergegeben:

Lautsprecherwagen
ziehen durch die Stadt
Werbekampagnen

For the Benefit of Mr. Kite
Zirkusmusik

das Auditorium
mucksmäuschenstill – ein Zwerg
verneigt sich

(BtB T BtB GH, S. 7)

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