Johannes Ahne (in: Vierteljahresschrift 62)

Über ein Ausstellung im Juli 2002

In dem alten Schloß hoch über dem Dorf, es steht sonst ungenutzt, zeigen sie eine Ausstellung: „Moderne Kunst“.
An den Wänden der leeren Räume hängen große Formate. Die alten Gemäuer atmen eine dumpfe Kühle, schlucken die Farben der bemalten Leinwände, Die Gesichter der Besucher sind ernst. Unbehagen kriecht, wie Nebel, umher und würde um sich greifen, wenn da nicht Lichtblicke wären, die Fenster zwischen den Bildern!
Sie bieten helle, weite Ausblicke hinaus über das Dorf dort unten, über rote Dächer, grüne Wiesen und Wälder. Die Sonne scheint. Die Augen dürfen durch die Fenster hindurch spielen, spielen mit phantastischen, weißen Wolkengebilden, welche am blauen Himmel, ständig sich verändernd, ziehen.
Diese Fenster sind die wahren Bilder gegenwärtiger Moderne! Ein Lächeln macht sich breit… hinter mir stehen fünf, sechs Leute, blicken ebenfalls hinaus. So gesehen ist die Ausstellung gut und gelungen.

Die Fenster im Schloß
lenken hellen Sonnenschein
auf dunkle Bilder.

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Erscheinungsjahr: 2003
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