Gabriele Hartmann (in: Sommergras118)

wilde Vögel

Ich krame im Portemonnaie, werfe die letzten Münzen ein, drücke Grün, entnehme das Parkticket.
„Was kostet es denn?“, fragt eine Fremde.
„40 Cent die Stunde“, gebe ich zur Antwort.
„Ich hab nur 50“, erwidert sie.
„Dann müssen Sie länger bleiben“, entscheide ich schmunzelnd.

Kommandantur
hier lernten die Eltern
sich kennen

„Das Fenster, dort oben. In dem Zimmer habe ich immer geschlafen, wenn ich Großmutter besuchte“, berichtet mein Mann. „Es gibt einen Gewölbekeller, den ich nicht so gerne betrat. In meinen Träumen begegnete ich dort gemeinen Bogenschützen. In der Voliere hielten sie Vögel.“ Die Cousine wird sich später daran erinnern, dass die wilden Vögel tags- über gefangen wurden und sonntags den Speiseplan bereicherten.
Zum Abschluss ein Friedhofsbesuch. Das Familiengrab wurde bereits zu Lebzeiten gekauft. Das „C.“ steht für Karl. Für die verstorbene Ehefrau findet sich kein Buchstabe.

Augenmenschen,
die wir sind … im geharkten Kies
poröse Knochen

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Erscheinungsjahr: 2017
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