Angelika Holweger (in: Sommergras93)

Nicht”All -täglich”

Vierter Januar 2011. Grau in grau erscheint der Himmel an diesem eisigen Morgen. In der vagen Hoffnung auf Sicht fahre ich zur nahe gelegenen Sternwarte hoch. Noch eine halbe Stunde bleibt mir. Dann wird eine partielle Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt erreichen.
Vermummte Hobbyastronomen haben schon ihre Fernrohre aufgestellt und blicken unentwegt Richtung Südosten. Die Himmelsgucker hoffen inständig, dass sich doch ein Wolkenfenster öffnen möge für dieses seltene Ereignis. Endlich formt sich über der Albkette ein Streifen Licht. Die Zeit schreitet zu rasch voran. Nicht nur ich bin enttäuscht. Frierend setze ich mich in meinen Wagen und fahre ins nächste Dorf.
Plötzlich und unerwartet zeigen sich doch noch eine riesige blassgelbe Sonnensichel und der Neumond als dämmerige Scheibe. Ich halte mein Auto und auch den Atem an. Das kosmische Schauspiel beginnt.
Ein ständiges Auf- und Abtauchen. Meine Schutzbrille ist überflüssig, weil sich das Ganze wie hinter Schleiern zeigt. Geheimnisvoll und märchenhaft schön.

„Morgenglanz der Ewigkeit“ …
übers weiße Feld ein Langläufer –
zieht seine Spur

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Erscheinungsjahr: 2011
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